Gestern habe ich in Grömitz an der Ostsee einen Workshop mitgemacht, um eines der riesigen, farbenfrohen Tücher von Christel Seyfarth stricken zu können. Morgens um 6 Uhr sind wir losgefahren, abends kurz vor 22 Uhr waren wieder wieder in Ostfriesland. Über 700 km waren wir mit dem Auto unterwegs, hatten insofern Pech, abends in den stockenden Rückreiseverkehr von Wochenend- und Tagesausflüglern nach Hamburg zu geraten, aber daran ließ sich nun mal nichts ändern. Zumindest waren wir morgens so früh, dass wir vom Stau mit 45 km Länge die A 1 hoch hinter Lübeck nur im Radio gehört haben.
Der Workshop hat sich gelohnt, denn wenn man allein mit der Strickpackung zu Hause säße, hätte man wohl doch ziemliche Probleme. Eine Teilnehmerin war in der Situation. Sie hatte ein Tuch angefangen, aber war nicht damit zurecht gekommen.
Glücklicherweise beherrsche ich die Fair-Isle-Technik zwischenzeitlich mittels eines Strickfingerhutes und habe mein System gefunden, wo und wie ich welchen Faden drunter oder drüber führe, wobei dies im Workshop wieder anders gelehrt wurde. Aber ohnehin führt eben nicht nur ein Weg nach Rom und man muss seinen eigenen finden.
Wenn man ganz ohne Vorkenntnisse im Stricken von Dreiecken oder mit mehreren Farben ist, hätte ich die sechs Stunden Kurs wohl nicht als ausreichend empfunden. Mit meinen Kenntnissen war es aber ok, um eine Basis zu bekommen und selbst weiter zu verfeinern, wann, wie und ob man Knäuel wickelt und mit welchem Knoten (oder Verspleißen) man die Fäden aneinander befestigt.
Das System, wie die Borten gestrickt werden, wurde vermittelt, wobei man zwar ein kleines Probetuch gestrickt hat, aber die Technik mit den Seitenborten dann letztlich doch nicht ausprobieren konnte. Aber das sollte zu schaffen sein. Wenigstens das Aufschneiden im Steek konnte man schon am eigenen Werk realisieren.
Fast wichtiger als die Technik, die von den beiden Kursleiterinnen vermittelt wurde, waren Tipps von einer erfahreren Christel-Seyfarth-Strickerin, die auch einiges an fertigen Projekten mitgebracht hatte. Es war schon toll, einige Tücher im Original anzuschauen und anzufassen.
Der Workshop hat in dieser Form gestern zum letzten Mal stattgefunden, denn Bärbel Grochowy von der Traumbaumwelt, in deren Räumen (bzw. gestern draußen) der Workshop stattfindet, zieht ganz aus der Gegend weg. Da habe ich noch den richtigen Zeitpunkt erwischt!
Die Wahl, welche Strickpackung ich mir kaufen würde, war sehr leicht, denn es waren nur zwei vorrätig und eine davon kam nicht für mich infrage. Ich hätte das Sommerwiesentuch zwar noch lieber in der Farbvariante Dunkelblau genommen, aber auch die Blau- und Pinktöne sind sehr schön und meine Wahl für den Kauf einer Packung war schon vor dem Workshop auf dieses Tuch gefallen, denn das Floratuch ist zwar wunderschön, aber die Farben kann man nicht ändern in der Kaufpackung und einige davon schienen mir für mich nicht passend.
Ein fertiges Projekt von Nienke aus Ravelry mit dieser Strickpackung sieht so aus:
