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2009-08-06T16:53:00+02:00

Unsere Stationen auf dem Jakobsweg (Camino de Santiago francés)

Veröffentlicht von Kuschelfaden
Nicht, dass wir je auf die Idee kämen, auf dem Jakobsweg bis Santiago de Compostela zu pilgern Der Weg "ruft" uns nicht, wie er es anscheinend tun muss, damit jemand die immensen Strapazen auf sich nimmt.

Ich habe mit viel Begeisterung von Hape Kerkeling das Buch "Ich bin dann mal weg" gelesen und auch als Hörbuch angehört. Es macht riesigen Spaß, dass das Hörbuch von ihm selbst gelesen wird, denn seine Stimme macht das Gelesene immens anschaulich. Man stellt sich nicht nur seine manchmal nörgelige Stimme vor, wenn es ihm mal unterwegs nicht gut geht, sondern bekommt den Tonfall auch original vorgeführt. Absolut lohnenswert, wenn man Hape Kerkeling mag. Das Buch finde ich im übrigen nicht bloß witzig im Sinne von oberflächlich, es enthält auch sehr viel Tiefgehendes und Nachdenkenswertes.

Als es an die Planung für unseren Sommerurlaub ging und feststand, dass es an den Atlantik gehen sollte, kam mir in den Sinn, einige der Orte, von denen Kerkeling in seinem Buch berichtet, auch kennen zu lernen. Darüber hinaus wollte ich auch mal nach Logrono, wo mein Mann manchmal geschäftlich zu tun hat. Die Stadt liegt auf dem Jakobsweg, ist aber nicht so günstig zu erreichen, dass ich mal auf eine Geschäftsreise mit fliegen könnte.

Also wurde als Urlaubsort Noja ausgeguckt, ein Örtchen in Kantabrien an der Küste; der Camino francés verläuft etwa 200 km landeinwärts parallel zur Küste. Drei Mammut-Tagesausflüge haben wir gemacht, sind bis zu 700 km an diesen Tagen gefahren. Die Orte haben wir nicht hintereinander abgefahren, wie ich sie auf der Karte gekennzeichnet habe. Jetzt sind die chronologisch angeordnet, wie der Weg auch verläuft.



1. Station: Logrono



2. Station: Nájera



Auf dem Turm sind mehrere Storchennester. Die Storchenhälse kann man erkennen, wenn man weiß, dass es welche sind ;-)! Überhaupt haben wir unglaublich viele Störche gesehen, sehr beeindruckend.

3. Station: Santo Domingo de Calzada

Das ist ein Ort, wo man das Buch von Kerkeling auspacken und nachlesen muss. Die Attraktion in der Kirche ist ein riesiger goldener Vogelkäfig mit einem Hahn und einem Huhn. Die Eier erhält ein Altenheim.
Selbstverständlich sind die Hühner mit dem Hintergrund einer religiösen Begebenheit in der Kirche.




4. Station: Villafrancha

Hier haben wir keine Fotos gemacht. Deshalb stattdessen die Beschreibung des Ortes aus der Sicht von Hape Kerkeling (Ich bin dann mal weg, S. 103).

Villafrancha ist bald erreicht und lockt, einladend in einem saftig grünen Tal gelegen, mit strahlend weißen Häusern und bunten Dächern. Je näher man dem Städtchen allerdings kommt, desto mehr verblasst der strahlende Eindruck und irgendwann steht man mitten in einem grauen, toten Nest, das den Charme einer belgischen Industriestadt besitzt. Villafrancha ist eigentlich nichts weiter als eine wohlklingende Fata Morgana.


5. Station: San Juan de Ortega

Hape Kerkeling ist dort nicht vorbei gekommen. Manchmal ist er ja auch auf Bus oder Zug umgestiegen.

Das Kloster liegt inmitten von viel Nichts. Vor dem Kloster stehen extrem viele Fahrräder, die Radler dazu liegen erschöpft in der kühlen Kirche. Von Villafrancha nach hier geht es über einen Pass von 1100 m Höhe.



Und hier das Bild, das aufgenommen wurde:



6. Station: Burgos

Die Kathedrale von Burgos ist die drittgrößte Kirche Spaniens. So etwas Beeindruckendes an Kircheninnerem habe ich noch nicht gesehen. Um die Haupkirche gruppieren sich im Innenraum 19 Kapellen, ein Riesenbauwerk, das architektonisch einen Höhenunterschied im Boden von 15 m verarbeitet.



Burgos wird europäische Kulturhauptstadt 2016, wer sich's schon mal notieren möchte ;-)!

7. Station: Sahagún

Wieder ein Städtchen, wo man unbedingt an Ort und Stelle in Kerkelings Buch nachlesen muss. Wir haben dort mittags ein Pilgerermenü zu uns genommen.



8. Station: San Miguel de Escalada

Für den Besuch der Klosterkirche muss man einen Abstecher vom Jakobsweg machen. Die Kirche gilt als eines der schönsten und besterhaltenen Bauwerke der mozarabischen Architekturkunst in Spanien.





Noch einmal ein Storchennest im Ort selbst auf dem Kirchturm.

9. Station: León



Es gibt eine gemütliche Altstadt.




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Fazit: Gut ein Drittel des von Hape Kerkeling beschriebenen Jakobsweges sind wir abgefahren. Dies in unseren Strandurlaub zu integrieren, war eine prima Idee, aber auch nur zu realisieren, weil wir drei Wochen in Urlaub waren. Pilgerer zu Fuß haben wir  vor allem zwischen Burgos und León gesehen, wo der Weg teilweise in Sichtweite von der Autobahn verläuft.

Wer diesen Weg  auf sich nimmt: HUT AB!!!




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Kommentare

Margot 08/11/2009 00:05

Entschuldigung. Bin zerknirscht.

Kuschelfaden 08/11/2009 00:28


Hallo Margot,

das ist doch kein Grund, um sich entschuldigen zu müssen. Fährt doch jeder mal beim Lesen auf dem falschen Dampfer ;-).

Liebe Grüße
MARiON


Margot 08/10/2009 20:14

Und ich dachte schon, ihr habt vielleicht eine Rundreise gemacht. Am Ende wart ihr ja dann ganz auf der anderen Seite von Spanien. Oder war das am Anfang? Auf jeden Fall scheinst du es genossen zu haben.
Liebe Grüße von Margot

Kuschelfaden 08/10/2009 21:05


Liebe Margot,
guck mal, was im Beitrag stand ;-) :

Also wurde als Urlaubsort Noja ausgeguckt, ein Örtchen in Kantabrien an der Küste; der Camino francés verläuft etwa 200 km landeinwärts parallel zur Küste. Drei Mammut-Tagesausflüge haben wir
gemacht, sind bis zu 700 km an diesen Tagen gefahren. Die Orte haben wir nicht hintereinander abgefahren, wie ich sie auf der Karte gekennzeichnet habe. Jetzt sind die chronologisch angeordnet, wie
der Weg auch verläuft.
Liebe Grüße
MARiON


Margot 08/08/2009 11:46

Liebe Marion, da wart ihr ja ununterbrochen unterwegs! Jeden Tag wo anders. Ein entfernter Schwager ist den Jakobsweg einmal gegangen, zu sich finden wollte er. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob ihm das geglückt ist. Die Idee des Urlaubs im Gehen finde ich sehr reizvoll. Es muss ja nicht gleich der Jakobsweg sein. Mir würde es schon reichen, einfach jeden Tag eine Strecke zu gehen, soweit man eben möchte, und auf diese Weise viele Orte zu sehen, danz egal wo. Aber ich fürchte, dafür kann ich den Lieblingsmann nicht begeistern.
Liebe Grüße von Margot

Kuschelfaden 08/08/2009 16:46


Liebe Margot,
habe ich mich missverständlich ausgedrückt, dass du meinst, wir wären ununterbrochen unterwegs gewesen? Wir haben drei Tagesausflüge zum Jakobsweg gemacht, sind an diesen Tagen allerdings ziemlich
viel unterwegs gewesen, das stimmt.
Gehen als Urlaub wäre für mich überhaupt nichts. Und wenn es sich gar nicht vermeiden ließe, dann bitte schön nur, wo es absolut flach und die Temperaturen angenehm kühl sind ;-).
Schönes Wochenende
MARiON


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