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2009-01-23T13:33:00+01:00

Der liegen gelassene Cent

Veröffentlicht von Kuschelfaden


Ich weiß, die Überschrift ist alles andere als sprachlich elegant, aber zumindest bin ich davon überzeugt, dass sie nach der neuen Rechtschreibung OK ist, was Zusammen-/Getrenntschreiben angeht und sie trifft von der Sache genau zu. Also ...

Bei dem superscheußlichen Wetter heute Morgen musste ich zu Fuß in die Buchhandlung. Da meine Tochter morgen Geburtstag hat, ließ sich die Besorgung nicht mehr verschieben. Der Weg ist nicht weit, angesichts des Wetters mit Schirm bepackt und unter Vermeidung von Pfützen  aber alles andere als angenehm.

Auf halbem Weg sehe ich ein Centstück auf dem Boden liegen. Normalerweise würde ich mich bücken, es aufheben, separat von anderem Geld aufbewahren (bis es sich irgendwann mal wieder aus Gedankenlosigkeit vermischt), aber bei dem Wetter fand ich das keine angenehme Betätigung. Ich musste sowieso drauf achten, dass der Wind nicht den Schirm umbiegt; dann noch mit Schirm bücken, das Geldstück so ungefähr aus einer Pfütze angeln, die Umhängetasche rutscht vielleicht dabei noch von der Schulter auf den nassen Boden  ... NEIN!

Ich erledigte meine Besorgung, ging denselben Weg zurück. Unterwegs hatte ich schon Zweifel, ob meine Entscheidung richtig war, den Cent ("Glückscent") zu ignorieren. Nicht, dass ich besonders abergläubisch wäre, aber so ein kleines bisschen ja irgendwie doch und in erster Linie dahingehend, ob es nicht negative Folgen haben würde, wenn ich das Geldstück liegen lasse, weniger in der anderen Richtung, dass es mir besonderes Glück bringen würde.

Der Bereich, wo das Geldstück lag, war kein enger, übersichtlicher Bürgersteig, sondern eine Stelle, die sehr breit und ein Mittelding aus Bürgersteig und Ausfahrten ist. Ich hielt Ausschau nach dem Cent, konnte ihn aber nicht mehr entdecken. Zunächst kamen negative Gedanken dazu auf, dass der Glückscent jetzt nicht mehr zu mir will, weil ich ihn zunächst ignoriert hatte.

Wenige Meter weiter wandelte sich aber mein inneres Bild. Bestimmt hat jemand den Glückscent viel nötiger als ich, deshalb hat er sich nicht ausreichend bei mir "gemeldet" und wartet weiter auf eine andere Person, die ihn aufhebt. Es ist nicht schlimm, dass ich ihn liegen gelassen habe, es ist das, was in der Situation richtig gewesen ist.

Einen Glücksbringer brauche ich eigentlich auch nicht, denn es geht mir auch ohne richtig gut.




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Kommentare

Margot 01/23/2009 16:41

Liebe Marion! Mit der neuen Rechtschreibung habe ich gewaltige Probleme, muss ich sagen. Ich bemühe mich zwar sehr, kann aber nicht dafür garantieren, dass ich alles richtig schreibe.
Bei den Glückscents ist bei uns Hannes der Experte, der sammelt alles auf, was er findet. Hoffentlich hat "dein" Cent jemandem Glück gebracht!
Und irgendwie habe ich so den Eindruck, dass da noch jemand einen Blog eröffnet hat. Da mische ich mich nicht ein, freue mich aber über die Romantik.
Liebe Grüße von Margot

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